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Vermisse ich ihn – oder vermisse ich das Wir? Beraterin Meer der Seelen

Vermisse ich ihn – oder vermisse ich das Wir?  Beraterin Meer der Seelen

Nach einer Trennung gibt es diese Abende, an denen plötzlich alles wieder da ist. Die Erinnerungen, die Gespräche, bestimmte Orte, vielleicht sogar irgendein völlig belangloser Satz, den nur zwei Menschen verstanden haben.

Und dann kommt dieser Gedanke: Ich vermisse ihn.

Aber stimmt das wirklich?

Manchmal vermissen wir tatsächlich den Menschen. Seine Art zu lachen, seine Nähe, seine Macken und genau das, was ihn unverwechselbar gemacht hat.

Manchmal vermissen wir aber etwas ganz anderes: das Wir.

Da war jemand, dem man morgens geschrieben hat. Jemand, dem man erzählen konnte, was am Tag passiert ist. Da waren gemeinsame Pläne, Gewohnheiten und dieses selbstverständliche Gefühl, zu zweit durchs Leben zu gehen.

Mit einer Trennung verschwindet deshalb nicht nur ein Mensch. Es verschwindet ein ganzer gemeinsamer Alltag.

Und genau das macht die Frage so schwierig.

Denn wenn ich das Wir vermisse, bedeutet das nicht automatisch, dass genau dieser Mensch wieder in mein Leben gehört. Vielleicht vermisse ich Geborgenheit. Nähe. Vertrautheit. Das Gefühl, wichtig für jemanden zu sein. Vielleicht vermisse ich sogar die Zukunft, die ich mir mit diesem Menschen vorgestellt hatte und die es nun nicht mehr geben wird.

Das alles kann sich verdammt ähnlich anfühlen wie Liebe.

Deshalb lohnt es sich manchmal, die Frage „Kommt er zurück?“ für einen Moment zur Seite zu legen.

Die spannendere Frage könnte sein:

Was genau fehlt mir eigentlich, wenn ich an ihn denke?

Ist es wirklich dieser Mensch mit allem, was zwischen uns gut und schwierig war?

Oder fehlt mir das Leben, das um diese Beziehung herum entstanden ist?

Darauf gibt es keine Antwort, die für jeden Menschen passt. Und manchmal muss man ein bisschen graben, bevor man sie findet.

Genau solche Knoten schaue ich mir in meinen Beratungen gerne an. Nicht um dir vorzuschreiben, was du fühlen sollst, sondern um gemeinsam herauszufinden, was hinter diesem Vermissen steckt.

Denn manchmal führt die wichtigste Frage gar nicht zurück zum anderen.

Sondern zurück zu dir.

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