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Warum ich coach geworden bin

Warum ich Coach geworden bin – weil mein Leben mich gelehrt hat

 
Manche Menschen werden Coach, weil sie eine Ausbildung gemacht haben.
 
Bei mir war es anders.
 
Mein Leben selbst war meine größte Schule.
 
Ich habe schon sehr früh Dinge erlebt, die ein Kind eigentlich nicht erleben sollte. Ich habe Verlust, Enttäuschung, Betrug und Ungerechtigkeit erfahren. Ich wurde als Kind entführt. Ich wurde von Menschen enttäuscht, von denen ich dachte, dass ich ihnen vertrauen kann. Selbst innerhalb meiner eigenen Familie musste ich erfahren, dass Vertrauen nicht immer selbstverständlich ist.
 
Mein Vater nahm mir mein Erbe und verschachtelte es auf eine Weise, die ich damals kaum verstehen konnte. Auch mein Ausbildungsgeld wurde mir genommen. Meine Mutter bestahl mich, weil sie der Meinung war, ich würde ohnehin genug verdienen.
 
Das sind Erfahrungen, die einen Menschen prägen.
 
Aber irgendwann stellt sich die Frage:
 
Was mache ich mit all dem, was mir im Leben passiert ist?
 
Schon sehr früh kamen Menschen zu mir, um mich um Rat zu fragen. Ich konnte vieles spüren, noch bevor es ausgesprochen wurde. Manchmal wusste ich Dinge, ohne erklären zu können, woher dieses Wissen kam.
 
Damals wusste ich noch nicht, wohin mich dieser Weg führen würde.
 
Vor mehr als 25 Jahren begann ich schließlich, mich intensiver mit verschiedenen Heilungsmethoden zu beschäftigen und mit meiner eigenen kleinen Praxis zu arbeiten.
 
Mit der Zeit wurde mir immer klarer:
 
Vielleicht hatte vieles von dem, was ich schon als Kind erlebt hatte, einen Sinn.
 
Nicht im Sinne von „Es musste so sein“.
 
Und schon gar nicht im Sinne von „Alles Schlechte ist für etwas gut“.
 
Sondern vielleicht darin, dass ich durch meine eigenen Erfahrungen irgendwann verstehen konnte, was Menschen fühlen, wenn ihr Leben plötzlich nicht mehr so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt haben.
 
Ich kenne Enttäuschung.
 
Ich kenne Verlust.
 
Ich kenne das Gefühl, wenn Vertrauen zerbricht.
 
Und ich kenne auch den Weg zurück zu sich selbst.
 
Heute beschäftigt mich dabei ein Thema ganz besonders: das Älterwerden.
 
Auch das ist eine neue Herausforderung.
 
Wir leben in einer Gesellschaft, die uns ständig vermittelt, wie wir aussehen, funktionieren und sein sollten. Dabei vergessen wir manchmal, dass älter zu werden kein Versagen ist.
 
Der Satz „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ sollte viel ernster genommen werden.
 
Natürlich verändert sich der Körper.
 
Aber das bedeutet nicht, dass unsere Neugier, unsere Lebensfreude, unsere Träume oder unsere Fähigkeit zu lieben ebenfalls ein Ablaufdatum haben.
 
Vielleicht beginnt gerade dann ein anderer Abschnitt.
 
Ein Abschnitt, in dem wir weniger beweisen müssen.
 
Mehr annehmen dürfen.
 
Mehr loslassen dürfen.
 
Und vielleicht auch vergeben.
 
Nicht unbedingt, weil das, was andere uns angetan haben, richtig war.
 
Sondern weil wir selbst nicht für immer die Last dieser Vergangenheit tragen möchten.
 
Für mich gehören deshalb Annehmen, Vergebung, Loslassen und Versöhnung mit sich selbst zu den wichtigsten Themen des Lebens.
 
Und genau darüber möchte ich hier schreiben.
 
Nicht als jemand, der auf alles eine Antwort hat.
 
Sondern als Mensch, der sehr viel erlebt hat, vieles verstehen musste und bis heute selbst weiterlernt.
 
Vielleicht findet sich der eine oder andere in meinen Gedanken wieder.
 
Vielleicht gibt es einen Satz, der etwas bewegt.
 
Und vielleicht ist genau das der Sinn dieses Blogs.
 
**Nicht das perfekte Leben zu zeigen.
 
Sondern das echte Leben.**
 
Eure Angelina 
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